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Wasserrückhalt
Besserer Schutz bei Starkregen

Überflutung eines von Starkregen betroffenen Feldes in der Nähe von Ruhstorf a.d.Rott.Zoombild vorhanden

Foto: Markt Ruhstorf a.d.Rott

(10.07.2026) Markt Ruhstorf a.d.Rott, Landkreis Passau. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern unterstützt den Markt Ruhstorf a.d.Rott bei der Umsetzung von drei Maßnahmen für mehr Schutz vor Hochwasserereignissen nach Starkregen mit 121.000 Euro. Mit den geplanten Vorhaben in den Ortsteilen Grund und Trostling im Rahmen der Initiative „FlurNatur“ sollen die Auswirkungen von Starkregenereignissen reduziert, der Rückhalt von Wasser und Sedimenten verbessert sowie das Schadenspotential für den Siedlungsbereich gesenkt werden.

Wie ALE-Projektbetreuer Maximilian Frank informiert, sind der Anlass für die Maßnahmen wiederkehrende Einträge von Wasser- und Sedimentfrachten aus den umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten fließt bei Starkregen Wasser aus der Flur in die Ortslagen ab und verursacht dort Schäden. Besonders deutlich wurde die Problematik bei den Unwetterereignissen im Juni 2021, als Starkregen und Hagel erhebliche Schäden in den betroffenen Bereichen verursachten.

Die nun bewilligten Maßnahmen setzen gezielt an den Abflusswegen des Oberflächenwassers an. Durch Geländemodellierungen, Mulden, Rückhaltebereiche und Erdbecken soll Wasser künftig zurückgehalten, kontrolliert abgeleitet und die Fließgeschwindigkeit reduziert werden. Gleichzeitig tragen die Maßnahmen durch die Anlage von Grünlandflächen und die Verwendung regionaler Saatgutmischungen zur ökologischen Aufwertung der Landschaft bei.

Geländemodellierungen und Mulden in zwei Ortsteilen
Für die Maßnahme im Ortsteil Grund sind mehrere Geländemodellierungen und Mulden vorgesehen. Diese sollen wild abfließendes Wasser gezielt von der Bebauung fernhalten und dessen Fließgeschwindigkeit reduzieren. Ergänzend werden Absetz- und Rückhaltebereiche geschaffen, um Sedimente zurückzuhalten und den Wasserabfluss zu drosseln. Ein neuer Durchlass mit einem Durchmesser von 500 Millimetern ergänzt die bestehende Verrohrung und erhöht die Abflusskapazität. Darüber hinaus wird eine Flutmulde angelegt, die im Überlastungsfall eine kontrollierte Wasserführung an der Bebauung vorbei ermöglicht.

Im Bereich Trostling wird mit einer ersten Maßnahme durch gezielte Geländemodellierungen das anfallende Oberflächenwasser künftig nördlich an der Bebauung vorbeigeführt. Eine Aufschüttung sowie die Anpassung eines Feldweges lenken die Abflüsse gezielt um und tragen zum Schutz der angrenzenden Grundstücke bei. Zusätzlich wird eine Fläche in Grünland umgewandelt und mit regionalem Saatgut eingesät.
Fertigstellung bis Herbst 2026
Die zweite Maßnahme in Trostling umfasst die Errichtung eines Erdbeckens mit einem Rückhaltevolumen von etwa 554 Kubikmetern. Das über eine neu angelegte Mulde zufließende Wasser wird dort zwischengespeichert und anschließend gedrosselt über ein Rohrsystem in den bestehenden Wiesengraben abgegeben. Dadurch werden Spitzenabflüsse reduziert und die angrenzende Bebauung wirksam geschützt.

Besonders hervorzuheben ist die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Markt Ruhstorf a.d.Rott, den betroffenen Grundstückseigentümern, den Bewirtschaftern der landwirtschaftlichen Flächen sowie den Fachplanern. Für die Umsetzung konnten die erforderlichen Flächen teilweise über langfristige Pachtverträge mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren gesichert werden. Nach Auskunft des Marktes Ruhstorf a.d.Rott und des Planungsbüros COPLAN AG sollen die Ausführungsplanung und die Vergabe der Bauleistungen im Sommer 2026 erfolgen. Die Fertigstellung der Maßnahmen ist bis Herbst 2026 vorgesehen.