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Ländliche Entwicklung
Rückhaltebecken soll Abhilfe schaffen

Das neue Rueckhaltebecken in Aiglsbach.Zoombild vorhanden

Foto: Gemeinde Aiglsbach

(10.02.2026) Gemeinde Aiglsbach, Landkreis Kelheim. Vollgelaufene Keller, verschlammte Straßen, überlasteter Kanal: In Aiglsbach haben die Bürger immer wieder nach Starkregenereignissen mit derartigen Folgen zu kämpfen. Nun soll ein Rückhaltebecken Abhilfe schaffen. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern unterstützt das Vorhaben im Rahmen eines kombinierten Dorf- und Flurneuordnungsverfahrens mit Fördermitteln in Höhe von 219.000 Euro. Die Bauarbeiten konnten im Jahr 2024 erfolgreich abgeschlossen werden.


Inzwischen hat die Kommune den Verwendungsnachweis eingereicht und Anfang Dezember den Schlussbescheid erhalten. Damit kann sie die zugesagten Fördermittel vollständig in Anspruch nehmen. Teile der Fördersumme wurden bereits zum Ende des vergangenen Jahres ausgezahlt. Darüber hinaus sind die Planungen für weitere Rückhaltebecken in den Ortsteilen Pöbenhausen und Oberpindhart abgeschlossen und befinden sich derzeit in der Genehmigungsphase.

Wetterextreme führen zunehmend zu kleinräumigen unkalkulierbaren Starkregenereignissen. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu anhaltender Trockenheit, sodass das Wasser für die Pflanzen knapp wird. Konsequenzen sind der Verlust wertvollen Ackerbodens, Überflutungen, Stoffeinträge in Gräben und Gewässer sowie Dürreschäden. Diese aktuellen klimatischen Veränderungen mit zunehmenden Starkregenereignissen und Trockenphasen erfordern daher Anpassungen der Flurgestaltung und Bodennutzung.

Für das ALE Niederbayern steht die dezentrale Wasserrückhaltung in der Fläche schon seit vielen Jahren im Fokus: „Wir möchten unseren Kommunen helfen, individuelle Lösungsansätze für deren speziellen Wasserprobleme zu finden. Ziel ist bei all unseren Maßnahmen, dass das Wasser bei einem Starkregenereignis so lange wie möglich in der Flur zurückgehalten und wie von einem Schwamm aufgesogen oder kontrolliert abgeleitet werden. Dazu können vielfältige kleinere Maßnahmen beitragen, die weder das Landschaftsbild beinträchtigen noch den Landwirten dauerhaft deren Flächen entziehen“, betonte ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker.

Die Situation in Aiglsbach stellt sich so dar, dass der Ort in einem Talbereich liegt. Bei Regenereignissen fließt aus mehreren Richtungen Niederschlagswasser in Richtung Ortschaft, was regelmäßig zu einer Überlastung der bestehenden Regenwasserverrohrung und des Bachgerinnes des Riedmoosgraben führt. Dadurch kommt es immer wieder zu Überflutungen oder sogar zum Schlammeintrag bei den angrenzenden Häusern und Straßen. Außerdem ist der Mischwasserkanal völlig überlastet.

Das Rückhaltebecken, das über einen Zuleitungskanal gefüllt wird, befindet sich am östlichen Ortsrand von Aiglsbach, nördlich der Kreisstraße. Es wurde in Erdbauweise gestaltet. Vorhandener Boden wurde dazu stabilisiert und wieder eingebaut. Insgesamt fasst das Becken etwa 3800 Kubikmeter schnell abfließendes Oberflächenwasser. Die Kosten beliefen sich im Gesamten auf rund 350.000 Euro, das ALE Niederbayern stellt dafür 219.000 Euro an Fördermittel bereit.

Bürgermeister Leonhard Berger bedankte sich bei ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker für die Unterstützung und betont: „Die Kommunen müssen sich auf die Klimaveränderung einstellen und Maßnahmen ergreifen, um ihre Dörfer bestmöglich vor Starkregenereignissen zu schützen. Hier bietet das Projekt boden:ständig fachgerechte, landschaftsangepasste Methoden, um das Wasser in der Fläche zu halten.“