"Streuobst für alle!"
Schülerinnen pflanzen Obstbäume in Thiersbach

Schüler und Verantwortliche posieren neben einem frisch gepflanzten Streuobst-Baum auf einer Wiese vor der Ortschaft Thiersbach.Zoombild vorhanden

Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

(26.11.2025) Stadt Bad Griesbach i.Rottal, Landkreis Passau. Das Förderprogramm "Streuobst für alle!" trägt sichtbar Früchte. Drei Jahre nach seinem Start zieht das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern, das die Umsetzung im Regierungsbezirk verantwortet, eine ausgesprochen positive Zwischenbilanz. Bereits über 13.100 Streuobstbäume wurden von niederbayerischen Kommunen und Vereinen beantragt. Das Interesse an diesem Programm ist erfreulicherweise ungebrochen“, betonte ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker bei einer Pflanzaktion in Thiersbach bei Bad Griesbach gemeinsam mit Schülerinnen der Columba-Neef-Realschule Neustift (CNRS).

Initiiert wurde die Aktion von Alfred Kaiser, Lehrer an der CNRS und Besitzer der Streuobstwiese, auf der die Pflanzung stattfand. Zusammen mit 13 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 6 bis 8, die das Wahlfach „Schoolgardening“ belegen, sowie der betreuenden Lehrkraft Sabine Wolf wurden insgesamt zehn neue Obstbäume - überwiegend Apfelbäume - sachgerecht gesetzt. Neben dem Pflanzen der jungen Bäume gehörten auch das Einbringen von Wühlmauskörben, das Anbringen von Verbissschutz sowie das Aufstellen stabilisierender Pfähle zum praktischen Einsatz.

Kaiser entschied sich für einen Förderantrag im Rahmen von „Streuobst für alle!“, um ausgefallene Bäume auf seiner Wiese fachkundig und nachhaltig zu ersetzen. „Wenn ich schon nachpflanze, dann mit einer vernünftigen fachlichen Begleitung“, erläutert er. Sowohl beruflich als auch privat liegt ihm das Thema Streuobst am Herzen: „Streuobstwiesen sind ein zentraler Bestandteil unserer Kulturlandschaft – ökologisch wertvoll und Lebensraum für viele Arten. Den Schülerinnen möchte ich vermitteln, wie bedeutsam solche Naturräume sind, und ihnen einen Bezug zur regionalen, biologischen Nahrungsmittelproduktion ermöglichen.“ Die Pflanzaktion ergänzt den Unterricht im Bereich Umweltbildung und stärkt das Bewusstsein für regionale Biodiversität.

ALE-Leiter Schmucker zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schülerinnen und Lehrkräfte: „Der Streuobstanbau ist in Bayern über Jahrhunderte gewachsen. Er hat höchste Bedeutung für Kulturlandschaft und Biodiversität. Streuobstwiesen prägen das Landschaftsbild und sind wertvolle Naherholungsräume.“ Umso mehr freue es ihn, dass mit dieser gemeinschaftlichen Aktion ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieses bedeutsamen Lebensraums geleistet werde.

Das Förderprogramm "Streuobst für alle!"
Im Oktober 2022 startete das neue Förderprogramm „Streuobst für alle!“ der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Es bildet einen zentralen Baustein des Bayerischen Streuobstpakts, den die Bayerische Staatsregierung 2021 gemeinsam mit Verbänden und Vereinen beschlossen hat.

Ziel ist, die wertvollen Streuobstbestände in Bayern zu erhalten, zu pflegen und langfristig zu sichern. Bis 2035 sollen bayernweit eine Million Streuobstbäume gepflanzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Beantragung bewusst niedrigschwellig gestaltet.

Vereine, Kommunen und Verbände können ihre Anträge digital stellen und die geförderten Bäume anschließend kostenfrei an Privatpersonen weitergeben. Gefördert werden ausschließlich hochstämmige Streuobstbäume (Stammhöhe 1,40 – 1,80 Meter) mit bis zu 45 Euro pro Baum.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und zur Antragstellung finden Sie hier: