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Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern
(23.09.2026) Stadt Vilshofen an der Donau, Landkreis Passau. Seit diesem Herbst leitet Baumwart Christian Ofenbeck aus Aunkirchen das Projekt „Vilstaler Erlebnissaftpresse“, das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus über das LEADER-Förderprogramm (LAG: Regionalinitiative Passauer Land) gefördert wird. Möglich wird die Pflanzung aber erst durch das Programm „Streuobst für alle!“, das über das ALE Niederbayern gefördert und abgewickelt wird.
Für Christian Ofenbeck aus Aunkirchen beginnt die Streuobstsaison mit einem besonderen Schauspiel. Wenn im Frühjahr die Obstbäume blühen und austreiben, ist für den Baumwart die schönste Zeit des Jahres gekommen. „Obstbäume sind für mich ein wichtiges Element unserer Kulturlandschaft“, sagt er. Für ihn gehören sie zu einem Hof genauso selbstverständlich wie Felder und Wiesen. Gleichzeitig sind sie Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere und Insekten – und liefern ganz nebenbei etwas, das für Ofenbeck einen besonderen Wert hat: das eigene Obst, dessen Herkunft man kennt. Seit diesem Herbst leitet er das Projekt „Vilstaler Erlebnissaftpresse“, das vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus über das LEADER-Förderprogramm (LAG: Regionalinitiative Passauer Land) gefördert wird.
Dass aus seiner Begeisterung längst praktisches Engagement geworden ist, zeigt sich an den vielen Bäumen, die Christian Ofenbeck in den vergangenen Jahren gemeinsam insbesondere mit der Stadt Vilshofen und dem Bayerischen Jagdverband, Kreisgruppe Vilshofen, gepflanzt hat: Rund 150 neue Streuobstbäume bereichern bereits die Region, weitere 100 Bäume sollen bald folgen. Besonders am Herzen liegen Ofenbeck Obstbäume in der Feldflur. „Hier profitiert die Tierwelt am meisten“, sagt er. Aber auch ein Obstbaum am Hof oder in der Siedlung sei wertvoll.
Möglich wird die Pflanzung durch das Programm „Streuobst für alle!“, das über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern gefördert und abgewickelt wird. Die Förderung sei ein wichtiger Anreiz, sagt er: „Ohne diese Förderung wären diese Bäume nicht gepflanzt worden.“ Entscheidend seien aber ebenso engagierte Menschen und Vereine vor Ort, die die Initiative ergreifen und die Pflanzungen umsetzen.
Als Baumwart geht es Christian Ofenbeck dabei um weit mehr als ums Pflanzen. Er möchte Wissen weitergeben und Menschen dafür begeistern, ihre Bäume dauerhaft zu pflegen. Jedes Jahr bietet er deshalb Obstbaumschnittkurse an und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Denn ein junger Baum braucht Aufmerksamkeit, damit er sich gut entwickelt und über viele Jahrzehnte erhalten bleibt.
Seine Leidenschaft für Obst endet nicht mit der Ernte. Ofenbeck ist zugleich Lohnpresser. Der Gedanke dahinter ist naheliegend: Wo viele neue Streuobstbäume gepflanzt werden, stellt sich irgendwann auch die Frage, was mit dem geernteten Obst geschieht. Die Antwort lautet für Ofenbeck: Saft. Dabei wird aus der Lohnpresse schnell eine Erlebnissaftpresse. Vor allem Kinder und Jugendliche möchte er für den Weg vom Baum bis zum fertigen Produkt begeistern. Wenn eine Schulklasse ihr eigenes Obst anliefert, zuschaut, wie daraus Saft entsteht, und anschließend den frisch gepressten „Bippalmost“ probiert, bleibt das Erlebnis im Gedächtnis. „Das vergisst man nicht“, ist Ofenbeck überzeugt. Für ihn ist das ein wichtiger Beitrag dazu, den Wert regionaler Lebensmittel begreifbar zu machen.
Auch beim Pflanzen selbst denkt Ofenbeck über die nächste Ernte hinaus. Ein Obstbaum könne schließlich Jahrzehnte überdauern und oftmals sogar denjenigen, der ihn gepflanzt hat. Kinder und Enkel könnten später den gleichen Baum sehen, seine Früchte ernten und sich an den Menschen erinnern, der ihn einst gesetzt hat.
Damit aus neu gepflanzten Bäumen tatsächlich wertvolle Streuobstbestände werden, braucht es für Ofenbeck vor allem eines: kontinuierliche Pflege. Hier sieht er noch Handlungsbedarf. Die Förderung des Baumschnitts sollte seiner Ansicht nach wieder stärker in den Blick genommen und praxisnah gestaltet werden. Denn für die Bewirtschafter bedeute ein Streuobstbaum auch zusätzlichen Aufwand.
Bei allen Herausforderungen bleibt seine Begeisterung ungebrochen. Wer ihn fragt, warum sich die Pflanzung eines Obstbaumes lohnt, bekommt eine einfache Antwort: „Der beste Zeitpunkt, einen Obstbaum zu pflanzen, war vor zehn Jahren. Der zweitbeste ist heute.“ Für Ofenbeck ist ein Obstbaum eine Investition in die Natur, von der nicht nur derjenige profitiert, der ihn pflanzt. Sondern auch diejenigen, die irgendwann unter seiner Krone stehen, seine Früchte ernten und vielleicht genauso begeistert vom Blütenmeer im Frühjahr sind wie er.