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Dorferneuerung
Mit regionaler Wärmeversorgung fit für die Zukunft

Außenansicht der Pyrolyseanlage in Frimhöring.Zoombild vorhanden

Foto: Matthias Seidl

(22.09.2026) Markt Ruhstorf a.d.Rott, Landkreis Passau. Ein innovatives Projekt für die regionale Energiewende ist erfolgreich abgeschlossen. In Frimhöring ist ein Nahwärmenetz entstanden, das alle Häuser des kleinen Ortsteiles des Marktes Ruhstorf a.d.Rott mit der Abwärme der neuen Pyrolyseanlage versorgt. In einer solchen Anlage wird aus Biomasse Biokohle gewonnen. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern unterstützte den Aufbau des Nahwärmenetzes mit 250.000 Euro. Das Projekt gilt als beispielhaft für eine klimafreundliche und gemeinschaftlich organisierte Wärmeversorgung im ländlichen Raum.

Bereits bei der Einleitung der einfachen Dorferneuerung im Jahr 2022 hatte das ALE Niederbayern die besondere Bedeutung des Vorhabens hervorgehoben. Wie Dr. Thomas Kerscher, Energieexperte und zuständiger Maßnahmenbetreuer am ALE Niederbayern schildert, wird die klimaneutrale Heizenergie in Frimhöring mit einem äußerst innovativen Ansatz hergestellt. Die Pyrolyseanlage eines privaten Betreibers, die mit Mitteln aus dem Leader-Programm gefördert wird, wurde am Standort des Säge- und Elektrizitätswerks in Frimhöring installiert. Das Ziel bei dieser Methode ist, aus Biomasse - wie beispielsweise Hackschnitzeln - Biokohle herzustellen, die unter anderem als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Bei diesem Verkohlungsprozess, der sogenannten Pyrolyse, entsteht Abwärme, die wiederum in das Nahwärmenetz eingespeist wird und die Häuser in Frimhöring mit Heizwärme versorgt.

Dr. Thomas Kerscher betont, dass das Nahwärmenetz in Frimhöring Vorbildcharakter für andere Kommunen hat. „Die Energiewende ist auch eine Chance für den ländlichen Raum, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit in der Region zu sichern“. Mit dem Nahwärmenetz in Frimhöring komme man dem Ziel, in der Region vor allem erneuerbare Wärmeenergie zu nutzen, wieder ein Stück näher.
Das ALE Niederbayern unterstützte die Errichtung der baulichen Anlagen zur Wärmeerzeugung, die Verteilleitungen sowie die Übergabestationen in den beheizten Gebäuden mit einer Förderung von insgesamt 250.000 Euro. Mit der Planung und Bauleitung war das Ingenieurbüro „Stöckl & Jodlbauer Ingenieure“ aus Ruhstorf beauftragt. Das Nahwärmenetz wird gemeinschaftlich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) von den Eigentümern der angeschlossenen Gebäude betrieben. Damit übernehmen die Beteiligten nicht nur Verantwortung für ihre eigene Energieversorgung, sondern gestalten die Zukunft ihres Dorfes aktiv mit.

Hans-Peter Schmucker, Leiter des ALE Niederbayern, ist überzeugt: „Das Nahwärmenetz in Frimhöring zeigt eindrucksvoll, wie innovative Technologien, regionale Zusammenarbeit und bürgerschaftliches Engagement dazu beitragen können, die Energieversorgung im ländlichen Raum nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.“