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Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern
(15.09.2026) Stadt Osterhofen, Landkreis Deggendorf. Wo früher Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen lernten, soll auch künftig das Miteinander im Mittelpunkt stehen. Das ehemalige Schulhaus in Willing, einem Ortsteil der Stadt Osterhofen, soll zu einem modernen und barrierefreien Bürgerhaus umgebaut werden. Mit der Einleitung der einfachen Dorferneuerung Willing schafft das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern die Grundlage für die Sanierung und Neugestaltung des Gebäudes. Michael Kreiner, stellvertretender Leiter des ALE Niederbayern, übergab dazu nun an Osterhofens Bürgermeister Thomas Etschmann die Einleitungsurkunde und den Förderbescheid.
„Aus dem ehemaligen Schulhaus soll ein Haus für das ganze Dorf werden“, betonte Kreiner bei der Übergabe. Denn er ist überzeugt: „Attraktive Kommunen brauchen eine vitale Ortsmitte, in der das soziale und gesellschaftliche Zusammenleben stattfindet.“ Daher soll durch die Dorferneuerung ein Ort entstehen, der für die Dorfgemeinschaft von Bedeutung ist und gleichzeitig den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht wird.
Das ehemalige Schulhaus wird bereits heute von den örtlichen Vereinen genutzt – allerdings nur eingeschränkt und unter teilweise schwierigen Bedingungen. Insbesondere beim Brandschutz besteht dringender Handlungsbedarf: Nach fachtechnischer Einschätzung entsprechen die vorhandenen Einrichtungen nicht den heutigen Anforderungen oder fehlen teilweise vollständig. Eine umfassende Ertüchtigung ist daher unerlässlich. Ohne entsprechende Nachrüstung wäre der Weiterbetrieb des Gebäudes mittelfristig nicht mehr möglich.
Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme ist die Umgestaltung der bisherigen Dusch- und Umkleideräume im Erdgeschoss, wie ALE-Projektleiter Christian Rummel erläutert. Dort soll ein Bürgerstüberl mit Küchenbereich und Ausschankmöglichkeit entstehen. Eine großzügige Terrasse im rückwärtigen Gartenbereich ergänzt den neuen Treffpunkt. So entsteht ein vielseitig nutzbarer Raum für Vereinsfeste, Treffen und Veranstaltungen ebenso wie für ungezwungene Begegnungen im Alltag. Der Bedarf ist groß: Schützenverein, Gymnastikriege, Eltern-Kind-Gruppe, Mütterverein, Chor und Landjugend zählen zu den örtlichen Gruppen, die das Bürgerstüberl künftig nutzen wollen. Rund zehn Veranstaltungen pro Jahr sind vorgesehen. Damit erhält die Dorfgemeinschaft einen wetterunabhängigen Treffpunkt, der das Vereinsleben stärkt und zugleich Raum für Begegnung über die einzelnen Gruppen hinaus schafft.
Auch die Zugänglichkeit des Gebäudes soll im Zuge der Maßnahme deutlich verbessert werden. Das derzeit dreigeschossige Schulhaus ist nicht barrierefrei. Geplant sind deshalb eine Hausaufzugsanlage sowie ein Plattform- beziehungsweise Treppenlift zur Turnhalle. Eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss ergänzt die Maßnahmen. Damit wird das Bürgerhaus künftig auch für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser zugänglich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem vorbeugenden Brandschutz. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Brandschutzelemente, die Verlagerung beziehungsweise Abtrennung brandgefährdeter Einrichtungen sowie funkvernetzte Rauchmelder. Auch die bestehende Ölheizung soll durch eine moderne Pelletheizung ersetzt werden.