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Dorferneuerung
Aus alter Schule wird Dorfgemeinschaftshaus

Drei Herren und eine Frau vorm Haupteingang des Gemeindehauses in Loitzendorf. Im Hintergrund ist der Maibaum zu sehen.Zoombild vorhanden

Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

(24.06.2026) Gemeinde Loitzendorf, Landkreis Straubing-Bogen. Mit der Sanierung des ehemaligen Schulgebäudes zum Dorfgemeinschaftshaus entsteht im Ortskern von Loitzendorf ein Treffpunkt für Bürger sowie für die örtlichen Vereine. Nun hat das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern eine weitere Förderrate in Höhe von 700.000 Euro an die Gemeinde Loitzendorf ausbezahlt. ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker überreichte Bürgermeister Johann Anderl dazu die Auszahlungsurkunde.

„Eine große Stärke unserer Dörfer in Bayern ist das soziale Miteinander“, betonte Hans-Peter Schmucker, Leiter des ALE Niederbayern, bei der Übergabe. „Die Erhaltung und Belebung der Dorfgemeinschaft sind entscheidende Faktoren für das soziale und kulturelle Leben in Loitzendorf. Mit der Auszahlung von weiteren 700.000 Euro unterstützen wir die Gemeinde dabei, dieses wichtige Projekt konsequent voranzubringen und einen zentralen Treffpunkt für alle Generationen zu schaffen.“ Insgesamt fördert das ALE Niederbayern die Maßnahme im Rahmen der Initiative „Innen statt Außen“ mit rund 1,56 Millionen Euro, eine erste Rate von 450.000 Euro wurde im Herbst 2025 ausbezahlt. Ergänzend dazu wurden durch die Fraktionsinitiative der CSU im Bayerischen Landtag weitere 340.000 Euro bereitgestellt.

Wie die zuständige Architektin am ALE Niederbayern, Claudia Stadler, erläutert, stammt das ehemalige Schulhaus aus dem Jahr 1966 und wird seit vielen Jahren nicht mehr für schulische Zwecke genutzt. Bislang diente das Gebäude dem Schützenverein und der KLJB Loitzendorf als Treffpunkt. Aufgrund seiner kleinteiligen Struktur konnte es den Anforderungen der gesamten Dorfgemeinschaft jedoch nicht mehr gerecht werden. Trotz verschiedener Umbaumaßnahmen durch die örtlichen Vereine blieben zahlreiche charakteristische Bauelemente aus der Entstehungszeit erhalten. Gerade deshalb gilt das Gebäude als besonders erhaltenswert, da vergleichbare Bauwerke dieser Epoche vielfach bereits stark verändert oder abgebrochen wurden.

Moderne hält Einzug - alter Charme bleibt erhalten

Bei der Planung der Sanierung wurde großer Wert auf den Erhalt des ursprünglichen Erscheinungsbildes gelegt. So bleiben die markante Aula mit ihrer Pyramidendecke, das historische Wandfries sowie das zentrale Windfangelement mit dem originalen Türblatt erhalten. Ergänzt wird das Gebäude durch einen modernen Mehrzwecksaal, der künftig ausreichend Platz für Veranstaltungen und Aktivitäten bietet und den örtlichen Vereinen eine gemeinsame Heimat schafft.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit. Ein schwellenloser Zugang sowie barrierefreie Sanitäranlagen ermöglichen künftig auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die uneingeschränkte Teilnahme an öffentlichen und vereinsbezogenen Veranstaltungen.

Mit der Umnutzung des ehemaligen Schulgebäudes kann zudem auf den ursprünglich geplanten Neubau eines Sport- und Vereinsheims außerhalb des Ortskerns verzichtet werden. Die Revitalisierung der bestehenden Bausubstanz leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Flächensparen und zur nachhaltigen Innenentwicklung. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Zusammenarbeit der Vereine und fördert das gesellschaftliche Miteinander in Loitzendorf nachhaltig.

Förderinitiative "Innen statt Außen"
Am ALE Niederbayern wurden seit Beginn der Förderinitiative „Innen statt Außen (IsA)“ im Jahr 2018 insgesamt 34 Förderzusagen erteilt. Von den bewilligten Projekten konnten bisher 27 Projekte mit einem Gesamtförderbetrag von 26,1 Millionen Euro abgeschlossen werden. In den aktuell noch laufenden sieben „IsA“-Projekten wurden entsprechend dem Baufortschritt rund 7,7 Millionen Euro der insgesamt zugesagten 12,0 Millionen Euro an die Kommunen ausbezahlt. Jährlich leitet das ALE Niederbayern zwei bis drei neue IsA-Projekte ein. Die Auftragsbücher sind bis in das Jahr 2028 hinein gefüllt. Kommunen, die einen Förderantrag zur Umsetzung eines IsA-Projektes stellen wollen, sollten sich daher beeilen.