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Ländliche Entwicklung
Schutz bei Starkregen gezielt verbessert

Drei Herren und zwei Frauen stehen vorm Haupteingang der Gemeinde AigslbachZoombild vorhanden

Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

(20.04.2026) Gemeinde Aiglsbach, Landkreis Kelheim. Starkregenereignisse haben in Aiglsbach in der Vergangenheit immer wieder zu erheblichen Problemen geführt. Vollgelaufene Keller, verschlammte Straßen und ein stark belasteter Kanal machten deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Um die Ortschaft künftig besser zu schützen, wurde am östlichen Ortsrand ein Rückhaltebecken errichtet. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern fördert die Maßnahme im Rahmen eines kombinierten Dorferneuerungs- und Flurneuordnungsverfahrens mit insgesamt 219.000 Euro.

Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2024 und der Vorlage des Verwendungsnachweises im Oktober 2025 erhielt die Gemeinde bereits im Dezember letzten Jahres die erste Rate in Höhe von 150.000 Euro an Fördermitteln. Nun überreichte ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker eine Bestätigung über die Schlusszahlung in Höhe von 69.000 Euro an Bürgermeister Leonhard Berger. Auch für den Ortsteil Pöbenhausen sind die Planungen für weitere Rückhaltebecken inzwischen abgeschlossen. Der Bau wird für den Spätsommer bis Herbst des laufenden Jahres angestrebt. Weitere Rückhaltemaßnahmen im Ortsteil Oberpindhart befinden sich aktuell in Planung.


Extreme Wetterlagen stellen Kommunen und Landwirtschaft zunehmend vor große Herausforderungen. Während heftige Niederschläge in kurzer Zeit örtlich enorme Wassermengen freisetzen, nehmen zugleich auch längere Trockenphasen zu. Die Folgen reichen von Bodenerosion und Überflutungen bis hin zu Verschmutzung in Gewässern und Schäden durch Wassermangel. Vor diesem Hintergrund gewinnen angepasste Lösungen für die Flurgestaltung und Bodennutzung weiter an Bedeutung.

Für das ALE Niederbayern ist die dezentrale Wasserrückhaltung seit Langem ein zentrales Handlungsfeld. „Unser Anliegen ist es, die Kommunen dabei zu unterstützen, passgenaue Antworten auf ihre jeweiligen Wasserprobleme zu entwickeln. Bei Starkregen kommt es darauf an, Niederschlagswasser möglichst lange in der Fläche zu halten, damit es versickern, aufgenommen oder kontrolliert weitergeleitet werden kann. Dazu leisten auch viele kleinere Maßnahmen einen wichtigen Beitrag, ohne das Landschaftsbild nachteilig zu verändern oder landwirtschaftliche Flächen dauerhaft zu beanspruchen“, betonte ALE-Leiter Hans-Peter Schmucker.

In Aiglsbach stellt sich die Situation so dar, dass durch die ackerbauliche Nutzung an den Hanglagen erhöhte Erosionsgefahr besteht und bei Starkregen aus mehreren Richtungen Wasser in den Siedlungsbereich strömt. Dadurch werden sowohl die bestehende Regenwasserverrohrung als auch das Bachgerinne des Riedmoosgrabens regelmäßig stark beansprucht. Immer wieder kam es deshalb zu Überflutungen und Schlammeinträgen an Straßen und Wohngebäuden. Auch der Mischwasserkanal ist in solchen Situationen an seiner Belastungsgrenze. Das neue Rückhaltebecken befindet sich nördlich der Kreisstraße am östlichen Rand von Aiglsbach und wird über einen Zuleitungskanal gespeist. Die Anlage wurde in Erdbauweise ausgeführt. Vorhandenes Bodenmaterial konnte dabei aufbereitet und wiederverwendet werden. Das Becken nimmt rund 3.800 Kubikmeter rasch abfließendes Oberflächenwasser auf. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 350.000 Euro, davon stellt das ALE Niederbayern 219.000 Euro Fördermittel bereit.

Bürgermeister Leonhard Berger dankte dem ALE Niederbayern für die Unterstützung und unterstrich die Bedeutung solcher Vorhaben: „Angesichts der klimatischen Veränderungen sind die Kommunen gefordert, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Dörfer vor Starkregen zu ergreifen. Das Projekt boden:ständig bietet hierfür fachgerechte und an die Landschaft angepasste Ansätze, um Niederschlagswasser möglichst in der Fläche zu halten.“