Integrierte Ländliche Entwicklung
Ideen vernetzen - Regionen stärken

Gruppenfoto vom Treffen der Umsetzungsbegleitungen der niederbayerischen Integrierten Ländlichen Entwicklungen.Zoombild vorhanden

Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern

(21.11.2025) Stadt Geiselhöring, Landkreis Straubing-Bogen. Wie gelingt nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum? Antworten auf diese und viele weitere Fragen suchten 17 ILE-Umsetzungsbegleitungen aus ganz Niederbayern beim zweiten Netzwerktreffen im Bürgerhaus der Stadt Geiselhöring. Auf Einladung der gastgebenden ILE Laber und des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern stand der Tag ganz im Zeichen von Austausch, Information und Kooperation.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Gastgeber Herbert Lichtinger, Bürgermeister der Stadt Geiselhöring und Vorsitzender der ILE Laber, alle Teilnehmenden im Sitzungssaal des historischen Bürgerhauses und stellte kurz die Stadt Geiselhöring sowie die ILE Laber vor.

Sven Päplow, Leiter des Sachgebiets Integrierte Ländliche Entwicklung und Gemeindeentwicklung am ALE Niederbayern, informierte über aktuelle Themen rund um die ILE-Förderung. Dabei ging es unter anderem um Fördermöglichkeiten, Antragsverfahren und Neuerungen im Bereich der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Eine besonders erfreuliche Nachricht hatte er ebenfalls im Gepäck: Mit der Neuaufstellung des ILE-Handlungsleitfadens wird die Fortschreibung der Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepte künftig vereinfacht – ein Schritt, der den Kommunen Zeit und Kosten spart.

Im Mittelpunkt des Treffens stand der Erfahrungsaustausch zwischen den ILE-Umsetzungsbegleitungen. Bereits im Vorfeld hatten die Teilnehmenden Themen eingereicht, die in einer moderierten Diskussionsrunde vertieft wurden. Dabei wurden Best-Practice-Beispiele vorgestellt und lebhaft über innovative Ansätze diskutiert. Besonders im Fokus standen Themen wie Künstliche Intelligenz in Verwaltungen, digitale Tools für Bürgerbeteiligung und -information, Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen, die Akquise von Fördermitteln sowie Möglichkeiten einer ILE-übergreifenden Zusammenarbeit.

Nicht nur aufgrund einer Reihe von neuen ILE-Umsetzungsbegleitungen stießen die Informationen und die inhaltlichen Diskussionen auf großes Interesse und sorgten für ausreichend Gesprächsstoff. Den Ausklang des Treffens bildete ein gemütlicher Austausch bei Kaffee und Kuchen, bei dem Projekte vertieft, erste Kooperationsideen geschmiedet und unterschiedliche Herangehensweisen an gemeinsame Herausforderungen erörtert wurden. Nach rund fünf Stunden endete das zweite Netzwerktreffen mit zufriedenen und motivierten Gesichtern. Ein Wunsch war dabei deutlich zu hören: „Das sollten wir öfter machen – nicht erst in einem Jahr wieder.“ Diesem Wunsch möchten die Organisatoren gerne nachkommen.

Hintergrund
Was ist Integrierte Ländliche Entwicklung?

Mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) unterstützen und begleiten die Ämter für Ländliche Entwicklung kooperierende Gemeindeverbünde im ländlichen Raum fachlich und finanziell. „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“ (Friedrich Wilhelm Raiffeisen)

Dieses Zitat beschreibt treffend die Grundidee der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Kommunen schließen sich freiwillig zu einer interkommunalen Kooperation zusammen - ohne die eigene Identität dabei aufzugeben. Aufgaben wie Verwaltungszusammenarbeit, Digitalisierung, Stärkung des regionalen Bewusstseins und regionaler Wirtschaftskreisläufe, Energieversorgung, Anpassung an den Klimawandel, soziales und kulturelles Leben, Freizeit und Erholung sowie viele andere lassen sich gemeinsam effizienter und zielgerichteter bewältigen.

Die Integrierte Ländliche Entwicklung erschließt neue Chancen und Gestaltungsräume. Über gemeinsam getragene technische oder soziale Infrastrukturen stärken sich ländliche Kommunen wechselseitig und die Region insgesamt. ILE-Zusammenschlüsse haben sich bereits vielfach bewährt und leisten ihren Beitrag zur nachhaltigen, zukunftsfähigen und lebenswerten Entwicklung der ILE-Region und des ländlichen Raumes.

Das ALE Niederbayern unterstützt aktuell 25 Integrierte Ländliche Entwicklungen. Damit haben sich bereits rund 197 von 255 Kommunen in Niederbayern in ILEs zusammengeschlossen und ein weiterer Gemeindeverbund befindet sich im finalen Entwicklungsschritt hin zu einer ILE. 23 der 25 anerkannten ILEs in Niederbayern haben eine vom ALE finanziell unterstützte Umsetzungsbegleitung, wobei zwei Umsetzungsbegleitungen jeweils mehrere ILEs betreuen. Die Förderung dafür beträgt bis zu 75 Prozent.